
Der Gasherbrum I

Lager I auf 5.900 m

Nachmittäglicher Abstieg durch den Eisbruch

Mittlerer Teil des Japaner Couloirs

Gerlinde Kaltenbrunner im Vorstieg

Die vier Hochträger im Schneetreiben

Endlich alle Lasten im Basislager angekommen

Abstieg durch den Eisbruch

Abstieg durch den Eisbruch

Während der Anreise über den Karakorum Highway

Beim Fixieren im oberen Teil des Japaner Couloirs
Gasherbrum I (8.068 Meter) - Karakorum
M2b Redaktion am 15.06.2007 - 14:06 Uhr
Gasherbrum I, Hidden Peak, K5 - der elfthöchste Berg der Welt hat viele Namen. Der Gasherbrum I ist mit 8.068 Metern der Hauptgipfel der Gasherbrum-Gruppe und einer der "leuchtenden Berge", wie die sechs höchsten Berge im Karakorum genannt werden. Seine malerische Gestalt konkurriert durchaus mit der des K2.
Abgelegenster Achttausender
Der Gasherbrum I befindet sich im Baltoro Muztagh, dem berühmtesten Teil des Karakorum. Dort liegt er zwischen dem pakistanisch kontrollierten Teil und dem chinesischen Shaksgam-Tal. Viele Kilometer hinter dem Konkordiaplatz, an dem die Quellgletscher des Baltorogletschers zu einem großen Strom zusammenfließen, versteckt sich der Gasherbrum I hinter der Gruppe der Gasherbrum IV, V und VI. Nur wenige Kilometer entfernt ist der Conway-Sattel, die Grenze zum indisch kontrollierten Teil des Karakorum.
Egal welche Route man wählt - der Gasherbrum I ist nur nach kilometerlangen Gletschermärschen zu erreichen. Von 1889 bis 1929 wurde die gesamte Gasherbrum-Gruppe von Briten und Italienern fotografiert und vermessen. Der britische Forschungsreisende William Martin Conway gab dem Gipfel den Namen "Hidden Peak", denn vom Baltoro-Gletscher aus ist der Berg nicht zu sehen. Zudem dient der Name zur Unterscheidung des Gasherbrum I von seinem Nachbarn, dem
Gasherbrum II.
Späte Erstbesteigung
Lange ließ die Erstbesteigung des Gasherbrum I auf sich warten. Als einer der letzten
Achttausender wurde er im Jahre 1958 von einer amerikanischen Expedition erstmals, über die Südflanke, bestiegen.
Nur wenige Besteigungsversuche waren dem vorausgegangen. 1934 versuchte sich eine internationale Expedition, die das Karakorum erkunden wollte, unter der Leitung von G.O. Dyhrenfurth am Gipfelerfolg. Der Aufstieg sollte über den rechten Südwestsporn, der zum Verbindungsgrat Gasherbrum - Urdok führt, erfolgen, musste aber auf etwa 6.200 Metern Höhe abgebrochen werden. Zwei Jahre später, 1936, nahm eine Französische Expedition, geleitet von Henry de Ségogne, den Aufstieg über den linken Südwestsporn in Angriff. Auf etwa 7.000 Meter musste auch hier der Gipfelversuch abgebrochen werden.
Amerikanische Expedition erfolgreich
1958 dann endlich der Erfolg: Eine Amerikanische Expedition unter der Leitung von Peter K. Schoening - die einzige amerikanische Expedition, die einen
Achttausender erstbesteigen konnte - nimmt die Route über den langen Südwest- und Südostgrat. Am 04. Juli um 15 Uhr erreichen Peter K. Schoening und Andrew J Kauffman, unter Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff, den Gipfel.
Legendäre Doppelüberschreitung
1982 ist auch die erste deutsche Expedition am Gipfel erfolgreich: Unter der Leitung von G. Sturm wird über eine neue Route in der Nordwand der höchste Punkt des Gasherbrum I erreicht. Im gleichen Jahr steht auch die erste Frau, M. Saudan, auf dem Gipfel.
Im Jahre 1984 gelang Reinhold Messner und Hans Kammerlander die erste Doppelüberschreitung von zwei Achttausendern im Alpinstil. Als Zwei-Mann-Expedition, ohne groß angelegte Lagerkette und ohne künstliche Sauerstoffzufuhr absolvierten sie die Überschreitung von
Gasherbrum II und Gasherbrum I und bewältigten die beiden Gipfel ohne zwischenzeitlichen Abstieg ins Tal. Bis heute gilt diese Überschreitung zweier Achttausendergipfel in einer Tour und ohne fremde Hilfe als eine der bedeutendsten Leistungen im Höhenbergsteigen.
Technisch anspruchsvoll
Mit seinem steilen Gipfelaufbau ist der Gasherbrum I einer der schwereren
Achttausender. Die Route durch das 45-50° steile Japaner-Couloir wurde in den letzten Jahren häufig begangen, dennoch ist Vorsicht geboten: Immer wieder gab es in der Vergangenheit Unfälle durch Lawinenabgänge aus der Westflanke des Gipfelaufbaus. Besonders nach Neuschneefällen ist der Aufstieg über diese Route riskant.
Juni bis August eignen sich für die Besteigung am besten
Die beste Zeit für eine Besteigung des Gasherbrum I ist von Anfang Juni bis Mitte August. Zu einer früheren Zeit im Jahr muss mit großen Schneemassen, zu einer späteren mit extrem tiefen Temperaturen gerechnet werden. Auch der Monsun beeinflusst die Wetterbedingungen, ist er doch besonders im Karakorum starken Schwankungen unterworfen. Der trockene Nordwind aus der Taklamakan-Wüste hingegen bringt stabiles Wetter im nördlichen Karakorum.
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