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Jens Werner

Interview mit Jens Werner

M2b Redaktion am 13.07.2007 - 09:42 Uhr

Zum Thema Nordic Walking und Fitness und Wellness sprach LEKI mit Jens Werner. Dabei gibt er auch einen Einblick in seine langjährige Erfahrung als Nordic Walking Ausbilder.

Frage: Wie oft und seit wann betreiben Sie Nordic Walking?
Jens Werner: Ich betreibe Nordic Walking seit 2003, etwa drei- bis fünfmal pro Woche.

Frage: Gibt es deutliche Entwicklungen, die Nordic Walking im Laufe der letzten Jahre gemacht hat?
Jens Werner: Nicht nur Damen betreiben Nordic Walking, der Männeranteil wächst beständig. Letzte Woche erst habe ich erstmalig einen Kurs gegeben, an dem mehr Männer als Frauen teilgenommen haben. Außerdem hat sich Nordic Walking zur Ganzjahressportart entwickelt, denn es kann unabhängig von äußeren Begebenheiten bei jedem Wetter und überall durchgeführt werden! Mittlerweile gibt es beim DNV über 11.000 ausgebildete Intructoren, fast 1.000 Mitglieder.

Frage: Welchen Stellenwert hat der soziale Aspekt im Nordic Walking erreicht?
Jens Werner: Nordic Walking ist "keine Individualsportart". Das hat zur Folge, dass es auch zunehmend Personal Trainings in der Sportart gibt. Sport in Gruppen - vor allem für ältere Alleinstehende und die viele Singles - ist eine gute Kommunikationsgelegenheit. Beim Thema Motivation ist vor allem der Instruktor gefragt. Er muss gut ausgebildet sowie "up to date" sein und hohe Fach- und Sozialkompetenz besitzen.

Frage: Welche Entwicklungen oder Richtungen wird es zukünftig im Nordic Walking bzw. im DNV geben?
Jens Werner: Der DNV ist ein initiativer Verband in Sachen einheitliche Technik und steht für klare, endverbraucher-orientierte Technikaussagen. Er will Nordic Walking als echte Gesundheitssportart weiter etablieren und in Zusammenarbeit mit Industrie und Wissenschaft die Serviceleistungen für Instruktoren, Partner und Endverbraucher weiter ausbauen.

Frage: Gibt es eventuell noch eine Alltagsgeschichte oder Erfahrungen aus Ihrer Gruppenarbeit, die das Thema abrunden?
Jens Werner: Was ich in Sachen Trainingsziel immer gern erzähle: letztes Jahr hatte ich ein sehr liebenswürdiges älteres Ehepaar im Kurs. Der Mann wurde offensichtlich nicht mit unbedingter Überzeugung zur Teilnahme durch seine Frau "überredet". In der zweiten Einheit erzählte sie mir ihre Beweggründe: "Wissen Sie, wir haben so einen großen Garten und bauen unser Gemüse selbst an. Das macht viel Arbeit. Mein Mann ist in letzter Zeit ein bisschen faul geworden und kann mit mittlerweile nicht mehr helfen, vor allem im Herbst die Erde umzugraben. Ja, glauben Sie, ich mach´ das jetzt allein? Der muss wieder fit werden, dass er mir helfen kann."
Lange Rede kurzer Sinn: nach vier Einheiten war ihr Mann einer der begeistertsten Kursteilnehmer. Seine Skepsis war absoluter Begeisterung gewichen. Noch heute rufen sie regelmäßig bei mir an und erzählen von schönen Nordic Walking Touren, die sie immer unternehmen. "Früher sind wir zum Spazierengehen in die schönsten Regionen gefahren.. heute haben wir immer die Stöcke im Kofferraum und sind überzeugte Nordic Walker. Und den Garten graben wir wieder gemeinsam um!"
Also: Trainingsziel "Garten umgraben" erreicht! So etwas ist halt eine kleine Anekdote aus dem "richtigen" Nordic Walking Leben.



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