Specials Themenspecials Die 14 Achttausender Annapurna

Annapurna I oberhalb Lager I

Im Aufstieg durch den ersten Eisbruch

Annapurna I oberhalb 6.000 Meter

Abstieg durch den unteren Eisbruch

Die Abbruchkante des Sichelgletschers

Gerlinde im Abstieg

Boris im Abstieg kurz vor Lager III

In der Querung zum Gipfelcouloir

Annapurna (8.091 Meter) - Himalaya

M2b Redaktion am 02.07.2007 - 12:00 Uhr

Anna Purna - das ist der Name einer indischen Hindu-Göttin. Sie ist die "Göttin der Fülle", Erntegöttin und Mutter des Überflusses. Sie schenkt den Menschen Nahrung in Hülle und Fülle und gilt daher auch als "Nahrung spendende Göttin". Diese Göttin ist die Namenspatin der 8.091 Meter hohen Annapurna, dem ersten von Menschen bestiegenen Achttausender.

Landschaftliche Extreme
Die Annapurna ist der höchste Gipfel eines Gebirgsmassivs im Himalaya, dem Annapurna Himal in Zentralnepal. Bereits aus der Ebene von Pokhara zeigt sich die der Gipfel mit der gewaltigen Südwand. Neben der Annapurna I (8.091 Meter) befindet sich dort auch die Annapurna II (7.937 Meter) und weitere Siebentausender. Mit seinem Doppelgipfel ist der als heilig geltende Machapucharé (6.997 Meter) der markanteste Berg des Massivs. Offiziell ist er bis heute unbestiegen.

Weitere Extreme vereinen sich im Annapurna-Himal-Massiv: Es grenzt im Westen an das Kali Gandaki-Tal, bekannt als das tiefste Tal der Erde (begrenzt auf der anderen Seite vom Dhaulagiri). Der Tilicho-See wiederum, ebenfalls im Annapurna Himal gelegen, ist einer der höchstgelegenen Seen der Welt.

Trekking auf dem Annapurna-Circuit
Das Gebiet um den Annapurna und den Kali Gandaki-Fluss zählt zum Annapurna Conservation Area Project (ACAP). Rund um das Massiv führt ein Trekking-Weg, der sogenannte Annapurna Circuit. Dieser gehört zu den meistbegangenen Trekkingrouten Nepals. Die gut ausgebaute Route ist für geübte Wanderer in circa 18 Tagen zu bewältigen - mit der Überwindung des 5.414 Meter hohen Thorong La-Passes ist die Tour dennoch als anspruchsvoll zu bezeichnen.

Erster bestiegener Achttausender
Die Annapurna war bis 1950 völlig unerforscht. Dies stellte jedoch kein Hindernis für eine französische Expedition um den späteren französischen Erziehungs- und Sportminister Maurice Herzog dar. Die Franzosen hatten ursprünglich den Dhaulagiri besteigen wollen, sie scheiterten jedoch und entschlossen sich daraufhin, die Annapurna I zu versuchen.

Das Vorhaben gestaltete sich zunächst schwierig, da das verfügbare Kartenmaterial falsch war und die Suche nach dem Zugang zur Nordwand einige Zeit in Anspruch nahm. Aus dem Kali Gandaki-Tal fand man schließlich über einen Pass einen Weg ins Miristi Khola-Tal, in dem das Basislager errichtet wurde.

Schwierigkeiten beim Abstieg
Fünf Lager errichteten die Franzosen in der lawinengefährdeten Nordwand - das letzte in einer Höhe von 7.300 Metern Höhe oberhalb der "Sichelkante" - bevor am 3. Juni Maurice Herzog und Louis Lachenal, ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff, als erste auf der Annapurna standen und damit den ersten Achttausendergipfel überhaupt besteigen konnten.

Weniger erfreulich verlief der Abstieg für die Erstbesteiger. Im Schneesturm erreichten die beiden Franzosen Lager V, in dem zwei Bergsteigerkollegen warteten. Der weitere Abstieg am nächsten Tag gestaltete sich äußerst mühsam, die Vier waren gezwungen, ein Biwak in einer Gletscherspalte einzulegen. Herzog und Lachenal erleiden schwerste Erfrierungen, Rébuffat und Terray, die beiden Kollegen, sind schneeblind.

Am nächsten Tag treffen sie auf einen weiteren Bergsteiger und einige Sherpas, welche sie ins Lager II und damit in Sicherheit geleiten. Der Rückmarsch bleibt jedoch äußerst mühsam: aufgrund der starken Erfrierungen müssen Herzog und Lachenal über äußerst schwieriges Gelände getragen werden. Noch auf dem Rückweg muss der Expeditionsarzt erfrorene Finger und Zehen amputieren.

Gefährlichster Achttausender
Von allen Achttausendern ist die Annapurna "der Tödlichste". Sie weist das ungünstigste Verhältnis an Gipfelbesteigungen zu Todesfällen auf. Auf zwei Gipfelbesteigungen kommt ein tödlich verlaufender Besteigungsversuch - mit 40,8% (Stand 31.12.2005) ist der Anteil an Todesfällen fast doppelt so hoch wie am als besonders gefährlich geltenden K2 (24,1%). Mit bis Anfang 2006 142 Besteigungen ist die Annapurna der Achttausender mit den wenigsten Besteigungen - auch dies sagt einiges über die Schwierigkeiten und die Gefährlichkeit des Berges aus.

Großes Glück hatte vor wenigen Wochen der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck: Nach dem Einstieg in die Südwand, die er solo durchklettern wollte, wird der Schweizer von einem Stein am Kopf getroffen und stürzt 300 Meter in die Tiefe. Wie durch ein Wunder bleibt er bis auf ein paar Prellungen unverletzt und erreicht das rettende Basislager.

Anspruchsvolle Aufstiegsrouten
Besonders die Aufstiegsrouten über die über 3000 Meter hohe Südwand sind technisch sehr anspruchsvoll und - gerade in den letzten Jahren - vermehrtem Stein- und Eisschlag ausgesetzt. Nicht weniger gefährlich ist der Aufstieg über die stark vergletscherte Nordflanke. Sie ist stark lawinengefährdet und sehr lang: Das nordseitige Basislager liegt auf etwa 4.100 Meter - somit beträgt der Gesamtaufstieg fast 4.000 Höhenmeter.


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