Specials Themenspecials Wassersport in den Loferer Bergen

Andreas Voglstätter

Motion Outdoor Center

Raft-Gruppe

Motion Outdoor Center

Kinder-Raft

Kanu

Kajak

Canyoning

Floßfahren

Tubing

Interview mit Andreas Voglstätter

M2b Redaktion am 20.08.2007 - 15:22 Uhr

Andreas Voglstätter ist Besitzer und Leiter des Motion Centers in Lofer. Seit 1983 ist der dreifache Vater als Unternehmer im Outdoor-Sektor aktiv und verfügt seit 1992 über die Konzession für gewerbliche Schiffahrt mit Rafts. Als Österreichischer Trainer für Wildwassersport, Diplom-Skilehrer und Skiführer, CIC-Canyoningguide und mit dem Schiffsführerpatent B für Rafts ausgestattet verfügt er über viele Jahre an Erfahrung in den Bergen - im Sommer und im Winter. Auch sportliche Erfolge kann er aufweisen: Er war Mitglied des Österreichischen National Team Wildwasserslalom, wurde 1986 Österreichischer Vizemeister im Slalom und 1991 Raft Europameister im Team Österreich. Mountains2b sprach mit dem Outdoor-Experten über die Unterschiede der verschiedenen Berg-Wassersportarten.

Mountains2b.com: Hallo Andreas, welche Sportart wird bei Euch am meisten nachgefragt, Rafting, Kanu, Kajak, Canyoning, Floßfahren oder Tubing?
Andreas Voglstätter: Bei uns stehen Rafting, Canyoning, Kanu und Hydrospeed im Vordergrund - in dieser Reihenfolge.

Mountains2b: Was ist der Reiz beim Rafting?
Andreas: Zum einen ist es natürlich die Erfahrung im Wildwasser - man kann die Bewegung des Wassers hautnah erleben. Das ganze passiert im Team, nicht allein. Und: Fast alle können mitmachen. Das gibt schon eine gute Mischung.

Mountains2b: Für welche Zielgruppe eignet Rafting sich?
Andreas: Unsere Zielgruppe liegt zwischen fünf und 70 Jahren. Natürlich werden die Schwierigkeiten entsprechend angepasst.

Mountains2b: Welche Ausrüstung und welche Vorkenntnisse werden dafür benötigt?
Andreas: Das ist ziemlich unproblematisch. Die gesamte Ausrüstung wird von uns gestellt, mitbringen muss man wirklich nur gute Schwimmkenntnisse und Gesundheit. Dann kann es nach der Einschulung durch den Guide und das Sicherheitstraining sofort losgehen!

Mountains2b: Was sind die schönsten Rafting Touren im Salzburger Saalachtal?
Andreas: Es gibt jeweils eine Strecke für Kinder, für Erwachsene, für erfahrene Gäste – alle sind empfehlenswert. Die Natur bietet hier im Umfeld viele sehr schöne Bilder.

Mountains2b: Wer sollte eher auf Kanu oder Kajak setzen?
Andreas: Kajak und Kanu eignen sich mehr für Wiederholungstäter, für besonders sportliche Teilnehmer oder - im Falle des Kajaks - für Individualisten. Da hier das Sportgerät selbst gelenkt und beherrscht werden muss, gehört einiges an Übung dazu, um auch schwierigere Passagen zu meistern.

Mountains2b: Wielange dauert es, ein Kajak wirklich zu beherrschen?
Andreas: Das dauert schon seine Zeit. Je nach Zielsetzung, für mittlere Schwierigkeiten bei Talent und Übungsmöglichkeiten, rechne ich mit drei bis vier Jahren. Wenn man es dann kann, macht sich der Einsatz natürlich bezahlt. Als Kajakfahrer kann ich das beurteilen!

Mountains2b: Wo liegen die Risiken im Kanusport?
Andreas: Ursachen für Unfälle oder Probleme auf dem Wasser sind vor allem Selbstüberschätzung und Unerfahrenheit. Wir versuchen hier als Guides, das richtige Augenmaß für die Selbsteinschätzung mitzugeben. Ein Kurs ist zumindest für den Anfang auf jeden Fall empfehlenswert – genauso wie die gute Ausrüstung. Gesundheitlich gesehen kann die Kälte des Wassers ein Problem sein - ohne die richtige Ausrüstung, also Neoprenanzüge, kann ich keinem eine Tour empfehlen. Außerdem gehört unbedingt auch eine Schwimmweste und der Helm mit dazu, auch schon bei Wildwasserstufe I.

Mountains2b: Was gibt es rund um Lofer für Tourmöglichkeiten im Kajak oder Kanu?
Andreas: Dafür bietet sich die gesamte Saalach an, wo wir alle Wildwasser-Schwierigkeitsgrade von WW I bis WW VI vorfinden. Daher ist sowohl für den Profi als auch für die Anfänger ausreichend Übungsgelände vorhanden. Ein ideales Umfeld, und zusätzlich bieten Tiroler Ache, Salzach, Lammer und diverse Seitenbäche ausgiebig Raum für Touren, sodass es den Gästen so schnell nicht langweilig werden kann.

Mountains2b: Canyoning ist anders als Rafting oder Kanufahren. Was erwartet mich auf einer solchen Tour?
Andreas: Das ist richtig. Canyoning bringt vor allem intensive Eindrücke, den perfekten Mix aus Wasser und Berg. Hier ist man nicht nur auf dem Wasser - aber natürlich kommen die Teilnehmer am Wasser auch nicht vorbei.

Mountains2b: Was braucht man für Canyoning - wer sollte sich eher einen anderes Hobby suchen?
Andreas: Als erstes ist in den Schluchten Trittsicherheit gefragt. Dazu etwas Mut und keine Scheu vor Wasser oder Höhen, das ist wichtig. Eine gute Gesundheit ist vonnöten, die Ausrüstung wird vom Veranstalter, also von uns, gestellt. Das ist wichtig, denn Seile und weiteres Material unterliegen strengen Sicherheitskontrollen. Darauf müssen sich die Gäste verlassen können. Weniger geeignet ist Canyoning bei zu hohem Körpergewicht, bei gesundheitlichen Defiziten oder anderen medizinischen Indikationen. Und na klar: Wer nicht ein paar Meter hinab in den nächsten Flussarm springen will, der muss etwas anderes machen. Für den Rest wird eine Canyoning-Tour aber sicher eine Sache bleiben, an die man sich erinnert. Am besten ist es, mit einer schönen Einsteigertour anzufangen.

Mountains2b: Was ist der besondere Reiz in so einem Canyon?
Andreas: In der Schlucht kommen viele Eindrücke zusammen. Die Optik ist einfach beeindruckend, so etwas haben nicht viele schon erlebt. Es ist wohl die Mischung aus dem Reiz des Abenteuers und der Schönheit der Natur, die Canyoning so anziehend macht. Das intensive Feeling der Naturgewalten - anders kann man es nicht beschreiben.

Mountains2b: Welche Schwierigkeitsgrade gibt es - und wovon hängen diese ab?
Andreas: Es wird unterschieden von C1 bis C6, abhängig von der Länge der Tour, der Wasserführung, der Länge der Abseilpassagen, der Temperatur, den Kletterpassagen, dem Zustieg und weiteren Faktoren. Natürlich sollte man sich diesbezüglich vorher schlau machen, was einen erwartet, um sich nicht während der Tour überrascht umzuschauen.

Mountains2b: Kann ich auch mitten in einer Tour noch aussteigen?
Andreas: Das hängt von der Klamm ab. Bei den von uns begangenen Klammen besteht fast immer die Möglichkeit, im Falle des Falles auszusteigen. Das bringt für den Teilnehmer dann höhere Sicherheitsreserven.

Mountains2b: Welches Equipment wird hier eingesetzt?
Andreas: Wir statten die Tourteilnehmer wie beim Raften aus, lediglich etwas dicker wegen der Temperaturen. Dazu kommt - je nach Klamm - der Canyongurt.

Mountains2b: Floßfahren und Tubing - das klingt nach viel Spaß. Stimmt das auch?
Andreas: Je nachdem, was ein jeder unter Spaß versteht. Das Floß ist sehr gemütlich, Tubing ist vor allem sehr nass. Aber ja - wir haben meistens viel Spaß.

Mountains2b: Welche Angebote gibt es hier?
Andreas: Wir bieten Halbtagestouren an. Beim Floß kann auch der Floßbau mit dabei sein - das verstärkt das Gruppengefühl. Und natürlich gibt es organisierte Fahrten für größere Gruppen.

Mountains2b: Ab welchem Alter kann man auf so einer Tour mitmachen?
Andreas: Für Floßfahrten gibt es keine Altersbegrenzung. Für Tubing muss man etwa elf Jahre alt sein. Es zählt die Körpergröße: 130 Zentimeter sind das Maß, das hängt aber immer noch vom jeweiligen Fluss ab.

Mountains2b: In welcher Form bist Du selbst am liebsten im Wildwasser unterwegs?
Andreas: Privat trefft ihr mich im Kajak oder Kanu mit meinen Kids!


  Zurück
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeige
Anzeigen
Google Anzeigen